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gefördert durch:
Naturschutzfachliche Effizienz und Technikfolgenabschätzung
Im Teilprojekt werden die Effekte auf Flora und Fauna der jeweiligen Freistellungsmaßnahme sowie die mit dem Einsatz der Ernte- und Logistikverfahren verbundenen Technikfolgen untersucht. Die vegetations- und tierökologischen Erhebungen der Hochschule Anhalt und der Fachhochschule Erfurt bilden die Grundlage für die naturschutzfachliche Bewertung.

Vegetationsökologische Untersuchungen
Für die Bewertung der Freistellungsmaßnahmen aus vegetationsökologischer Sicht wurden Untersuchungen zur Biotopstruktur und zur Artenzusammensetzung durchgeführt. Durch die Gehölzentnahme erfolgten auf allen untersuchten Maßnahmeflächen eine Abnahme der Gehölzschichten (Baum-, Strauchschichten) und damit eine klare Verbesserung der Biotopstruktur. Jedoch unterscheidet sich die Entwicklung der Strauchschicht in den ersten Jahren nach der Freistellung deutlich auf den einzelnen Flächen. Je nach Vorkommen von Gehölzarten mit raschem Wiederaustrieb und in Abhängigkeit des Pflegemanagements nach der Freistellung wurden teilweise erneut naturschutzfachlich nicht erwünschte hohe Deckungsgrade erfasst. Zudem zeigten sich in den ersten Jahren nach der Freistellung in der Krautschicht keine wesentlichen Veränderungen in der floristischen Artenzusammensetzung. Zwar konnte innerhalb der Krautschicht oft eine Erhöhung der mittleren Artenzahl verzeichnet werden – allerdings handelt es sich dabei nicht um die für das jeweilige Zielbiotop charakteristischen Arten, sondern meist um Ruderal- und Segetalarten. Ein positives Beispiel, welches die Zunahme der charakteristischen Arten in Anzahl und Deckung zeigt, ist die Fläche Charlottenhöhe in Brandenburg. Generell kann erst durch eine angepasste Folgepflege mit einer Verbesserung der Artzusammensetzung gerechnet werden. Für die Entwicklung der Flächen in Richtung Zielbiotop ist die Gehölzentnahme ein erster wichtiger Schritt – der Erfolg entscheidet sich aber neben dem Flächenausgangspotenzial und der Qualität der Beerntung/Beräumung ganz wesentlich an der Art und dem Umfang des anschließenden Pflegemanagement.

Zoologische Erhebungen
Die vor der Maßnahme z.T. stark verbuschten Offenland-Lebensräume wurden großflächig freigestellt, so dass lebensraumtypische Charaktertierarten nun wieder Ansiedlungsmöglichkeiten finden. Kleinflächige Bodenverwundungen, die durch die eingesetzte Technik entstanden sind, bieten neuen Lebensraum für seltene Heuschreckenarten wie die Blauflüglige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) oder die Säbeldornschrecke (Tetrix subulata). Der gezielte Erhalt ausgewählter Bäume oder Gebüsche bietet Vogelarten wie z.B. dem Neuntöter (Lanius collurio) die benötigten Ansitzwarten im offenen Gelände. Bereits kurz nach der Maßnahme nehmen die charakteristischen Tierarten auf den meisten Flächen im geringen Umfang zu. Tagfalter nutzen die frisch freigestellten Flächen rasch als Teillebensräume und Heuschrecken wandern von den Rändern her ein. Mit einem geeigneten Folgemanagement (z.B. durch Beweidung) könnten sich in einigen Jahren Pflanzenbestände ausbilden, die besonders bei der Entwicklung vieler Tagfalterarten eine wichtige Rolle spielen. Damit sich die positive Entwicklung weiter entfalten kann, ist die dauerhafte Offenhaltung sehr wichtig.

Quantifizierung der Technikfolgen
Für die Abschätzung der Technikfolgen wurden auf den Maßnahmeflächen die Parameter Bodenverletzungen (vegetationsfreie Bereiche, Fahrspuren), Auflage von holzigem Restmaterial sowie die Höhe der auf der Fläche verbliebenen Gehölzstümpfe untersucht. Bezüglich der vegetationsfreien Bereiche und der Fahrspuren wurden aus vegetationsökologischer Sicht nur sehr vereinzelt negative Auswirkungen beobachtet. Als problematisch für die Flächenentwicklung erwiesen sich die mitunter sehr hohe Restholzauflage, die zu einem höheren Nährstoffeintrag führen können sowie die teilweise relativ hohen auf den Flächen verbliebenen Gehölzstümpfe, die die notwendige Folgepflege erschweren können.

Weitere Informationen zu den genannten Ergebnissen finden Sie in unserer Datenbank.
Kontakt
Dr. Dierk Conrady
Telefon: 0361 / 555 03-35

Naturstiftung David
Trommsdorffstraße 5
99084 Erfurt

Fax: 0361 / 555 03-39
 Naturstiftung David | Trommsdorffstraße 5 | 99084 Erfurt | Telefon 0361 555 0330 | Fax: 0361 555 0339 aktualisiert am 10.03.2014
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