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gefördert durch:
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Freistaat Thüringen ELER - Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen

Umgang mit munitionsbelasteten Flächen
Besonders in Brandenburg sind viele naturschutzfachlich wertvolle Offenlandflächen munitionsbelastet, entweder mit Munitionsrückständen aus dem II. Weltkrieg (Munitionsverdachtsflächen) oder aus der Nutzung als Militärfläche (Munitionsbelastungsflächen). Die Erhaltung der Offenlandlebensräume erfordert ein Betreten bzw. Befahren mit schwerer Technik, das ohne eine oft kostspielige Beräumung nicht möglich ist. Ziel dieses Teilprojektes war es, ein kostengünstiges Konzept für Munitionsbelastungsflächen zu entwickeln und umzusetzen. Das Teilprojekt wurde von der Naturstiftung David durchgeführt, in enger Abstimmung mit den regionalen Naturschutzverwaltungen, den Flächeneigentümern und dem Kampfmittelberäumungsdienst (KMBD) als Zentraldienst der Polizei Brandenburg.

Belastung mit Weltkriegsmunition
Zwei Sandtrockenrasengebiete im Nationalpark Unteres Odertal lagen in Munitionsverdachtsräumen. Munitionssondierungen des KMBD bestätigten den Munitionsverdacht. Aufgrund des hohen naturschutzfachlichen Wertes der Sandtrockenrasen und der touristischen Bedeutung des Nationalparks führte das Land Brandenburg eine vollflächige Sondierung und Beräumung durch, an die die Ernte des Gehölzaufwuchses im Rahmen des Projekts anschloss. Die Munitionssondierung und -beräumung erforderte ein spezielles und kostenintensiveres Vorgehen der Gehölzernte im Vergleich zu unbelasteten Flächen, da insbesondere die dicht geschlossenen Strauchgehölze inkl. Wurzeln aus dem Boden gerissen werden mussten. Nur so war die anschließende Beräumung gewährleistet. Heute sind die Sandtrockenrasen freigegeben und werden durch Schafherden beweidet und dadurch in ihrer Ausprägung erhalten.

Erhaltung von Offenlandlebensräumen auf munitionsbelasteter ehemaliger Militärfläche
Am Beispiel der knapp 420 ha großen, naturschutzfachlich wertvollen Fläche Reicherskreuzer Heide (trockene europäische Heide) auf der ehemaligen Militärfläche Lieberose wurde in Abstimmung mit der Naturparkverwaltung Schlaubetal und dem Flächeneigentümer (Landesforstbetrieb Brandenburg) ein kostengünstiges Konzept entwickelt und umgesetzt. In vielen Bereichen hatten sich aufgrund der eingestellten militärischen Nutzung auf über 110 ha großen Teilflächen bis zu 30 Jahre alte Pionierwälder gebildet. Im Militärbetrieb war die Reicherskreuzer Heide als Panzerschießplatz genutzt worden. Auf der ausgesuchten Teilfläche wurde von fahrenden Panzern aus auf ein außerhalb gelegenes Zielgebiet geschossen.
Um die Heide zu erhalten, musste die Fläche entbuscht und im Anschluss beweidet werden. Ziel war es folglich, den Gehölzaufwuchs zu ernten und Kontrolllinien für den landwirtschaftlichen Prüfdienst anzulegen, der die Beweidung überwacht. Dazu wurde die gehölzbestandene Fläche mit einem Netz aus überwiegend 20 m von einander entfernt liegenden und 4 m breiten Fahrgassen erschlossen - häufig auf den noch gut erkennbaren alten und vergleichsweise unbelasteten Panzerfahrtrassen. Hinzu kamen einige wenige Kontrolllinien.
Unter Mithilfe des KMBD wurden so mit GPS eingemessene Linien von rund 32,6 ha Fläche sondiert und tiefenberäumt. Im Anschluss wurden die Gehölze von den beräumten Trassen aus mit Forsttechnik geerntet, das Holz gehackt und zum Endabnehmer transportiert. Der Erlös aus dem Verkauf der Hackschnitzel reduzierte die Kosten für die Munitionsberäumung erheblich. Heute wird die 420 ha große Fläche auf der Reicherskreuzer Heide von Bentheimer Landschafen beweidet und so erhalten.

Weitere Informationen zu den genannten Ergebnissen finden Sie in unserer Datenbank.
Kontakt
Dr. Dierk Conrady
Telefon: 0361 / 555 03-35

Naturstiftung David
Trommsdorffstraße 5
99084 Erfurt

Fax: 0361 / 555 03-39
 Naturstiftung David | Trommsdorffstraße 5 | 99084 Erfurt | Telefon 0361 555 0330 | Fax: 0361 555 0339 aktualisiert am 24.10.2014
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