Streuobstwiese am Rande der Hohen Schrecke  © Thomas Stephan

Kulturlandschaft

Weiden, Steppenrasen und Streuobstwiesen – anmutig und harmonisch rahmt die Kulturlandschaft die bewaldeten Hänge der Hohen Schrecke. Die artenreichen Lebensräume sind ein wichtiger Puffer zwischen dem Wald und der intensiv genutzten Agrarlandschaft im Thüringer Becken und im Unstruttal. Um die wertvollen Biotope langfristig zu erhalten, setzt das Naturschutzgroßprojekt vor allem auch auf Konzepte der naturnahen Nutzung und der Förderung regionaler Kreisläufe.

Wendehals, Neuntöter, Raubwürger und Grünspecht sind genauso auf das arten- und strukturreiche Offenland rund um den Wald der Hohen Schrecke angewiesen wie die vielen Wildbienen-, Heuschrecken-, Schmetterlings-, Laufkäfer- und Spinnenarten. Auch die Wespenspinne kann man vor allem im Spätsommer auf den Halb-Trockenrasen entdecken. Auch viele charakteristische Waldarten sind auf das unmittelbar angrenzende naturnahe Offenland als Jagdrevier angewiesen – beispielsweise Wespenbussard, Schwarzstorch und der Rotmilan. Auch die Wildkatze jagt häufig an den Hecken und in den Streuobstbeständen.

An den Hängen der Hohen Schrecke finden sich viele Obstbäume. Zusammen mit der Kyffhäuser-Region und dem Süßen See in Sachsen-Anhalt war die Hohe Schrecke über viele Jahrzehnte ein großes Kirsch-Anbaugebiet. Allein an der Hohen Schrecke konnten 50 verschiedene Kirschsorten nachgewiesen werden. Nach der Wiedervereinigung rentierte sich der Kirschanbau nicht mehr  - ebensowenig wie die Apfelernte. Auch die Schafbeweidung erlebte einen starken Einbruch. Ohne die Nutzung der Streuobstwiesen und Steppenrasen wachsen erst Gebüsche und später ein ganzer Wald.

Im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes werden ausgewählte Steppenrasen und Streuobstwiesen entbuscht. Allerdings nur dann, wenn die Beweidung der Fläche im Anschluss daran sichergestellt ist. Denn nur so kann eine schnelle Wiederverbuschung ausgeschlossen werden. Gemeinsam mit der Region versucht die Stiftung regionale Nutzungskreisläufe zu etablieren. So sollen Äpfel und Kirschen der Streuobstwiesen der Hohen Schrecke stärker als bisher genutzt werden. Die Etablierung der Apfelmosterei im Bahnhof Donndorf war hierzu ein wichtiger Schritt. Ebenso sollen Schäfereibetriebe bei der Vermarktung ihrer Produkte unterstützt werden. Hierfür hat die Stiftung das Projekt Weidewonne gestartet.

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Maßnahmen im Detail

Entbuschung

Bis zum Jahr 2023 werden rund um die Hohe Schrecke insgesamt 100 Hektar Streuobstwiesen und Halbtrockenrasen entbuscht. Das geerntete Holz wird in der Regel energetisch genutzt. Entbuscht wird nur, wenn eine längerfristige Beweidung sichergestellt ist.

Beweidung

Halbtrockenrasen und Streuobstwiesen lassen sich meist nur durch eine regelmäßige Beweidung mit Schafen und Ziegen erhalten. Mit dem Naturschutzgroßprojekt und dem Projekt Weidewonne werden Schäfereibetriebe rund um die Hohe Schrecke unterstützt.

Alte Kirschsorten

Die Hohe Schrecke ist ein traditionelles Kirschanbaugebiet. Über 50 Kirschsorten konnten hier nachgewiesen werden – darunter fast ausgestorbene Arten. Im Rahmen des Projektes werden die ursprünglichen Kirschsorten nachgezüchtet und neu angepflanzt.

Neue Obstalleen

Die Obstbaumalleen zwischen den Ortschaften und dem Schrecke-Wald werden erhalten und teilweise neue angelegt. Die Alleen dienen auch der Orientierung von Fledermäusen wenn diese aus ihren Quartieren in den Dörfern zur Nahrungssuche in den Wald fliegen.

Vermarktung

Streuobstwiesen lassen sich nur erhalten, wenn das Obst genutzt und die Bäume gepflegt werden. Ziel des Naturschutzprojektes ist deshalb auch die Vermarktung von Streuobstprodukten. So wurde beispielsweise der Aufbau der Mosterei in Donndorf gefördert.

Teichsanierung

An den Ortsrändern liegen oft kleine Teiche. Als Bade- und Feuerlöschteich angelegt, sind sie gleichzeitig auch Lebensraum von Kammmolch und Fröschen. Mit dem Projekt werden gemeinsam mit den Gemeinden zahlreiche Teiche saniert und entschlammt.

 

Jetzt online:
Das Hohe Schrecke 
Journal Nr. 16

Die Themen: Regionalentwicklung, Wanderwegenetz, Quartiere für den Steinkauz, Klimaschutz, Ausflugsziel Burgwenden.

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Weitere Informationen

Kulturlandschaft besuchen

Vor allem der Enzian-Wiesenweg zeigt die Vielfalt der Kulturlandschaft der Hohen Schrecke. Gleich hinter Braunsroda wandern Sie durch eine entbuschte Streuobstwiese, später über Halbtrockenrasen und entlang knorriger alter Kirschen.

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Schäfer unterstützen

In der Schrecke geht die Zahl der Schäfer und damit der Weidetiere wie überall in Deutschland zurück. Mit dem Projekt Weidewonne versucht die Stiftung die Bedingungen für Schäfer vor allem auch in der Hohen Schrecke zu verbessern.

Zum Projekt Weidewonne

Energieholz

Was tun mit dem Holz nach der Entbuschung? Oft wird es vor Ort verbrannt oder kompostiert. Doch es gibt Alternativen. Mit einem Forschungsprojekt hat die Stiftung gezeigt, wie sich das Landschaftspflegeholz energetisch nutzen lässt.


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