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Nationales Naturerbe

Alte Wälder, stille Moore, weite Heidelandschaften, bizarre Felsen und wilde Strände – Deutschland besitzt einzigartige Naturlandschaften. Sie sind Lebensräume für viele seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Rund 156.000 Hektar wertvolle Naturschutzflächen aus dem Eigentum des Bundes wurden seit dem Jahr 2005 von der Privatisierung ausgenommen und dem Naturschutz unentgeltlich als Nationales Naturerbe zur Verfügung gestellt. Hierzu zählen ehemalige Militärflächen, Flächen des "Grünes Bandes" an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, Treuhandflächen aus dem DDR-Volksvermögen sowie Bergbaufolgeflächen. Die Naturstiftung David setzt sich seit vielen Jahren mit unterschiedlichen Projekten für die langfristige Sicherung, Entwicklung und Betreuung des Nationalen Naturerbes ein.

Ein Meilenstein zur Sicherung von Flächen des Nationalen Naturerbes im Bundeseigentum war ein Beschluss der Bundesregierung im Jahr 2005. Hiernach wurden rund 125.000 Hektar national bedeutsame Naturschutzflächen in Bundesbesitz in zwei Tranchen – 1. Tranche im Jahr 2008 mit ca. 100.000 Hektar, 2. Tranche im Jahr 2011 mit ca. 25.000 Hektar – von einer Privatisierung ausgenommen und dem Naturschutz unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Weitere rund 31.000 Hektar ehemalige Militärflächen wurden im Juni 2015 in einer 3. Tranche als Nationales Naturerbe benannt.

Grundsätzlich können nur Flächen aus dem Bundeseigentum in das Nationale Naturerbe aufgenommen werden. Um die wertvollsten der nicht mehr für Bundeszwecke benötigten Flächen langfristig für den Naturschutz zu sichern, hat das Bundesamt für Naturschutz gemeinsam mit den Ländern und den Naturschutzorganisationen einen Kriterienkatalog entwickelt:

  • Flächen im Bereich der ehemaligen innerdeutschen Grenze (Grünes Band),
  • in Nationalparken,
  • in Kerngebieten der Naturschutzgroßprojekte des Bundes,
  • in Kernzonen beziehungsweise Naturschutzgebieten und FFH-Gebieten von Biosphärenreservaten,
  • ehemalige militärische Flächen mit einer Größe von mehr als 1.000 Hektar bzw. kleinere Militärflächen mit mehr als 20 % ausgewiesener Schutzgebiete (Naturschutzgebiete, Natura 2000-Gebiete),
  • in Bergbaufolgelandschaften mit einer Größe von mehr als 100 Hektar,
  • in Naturschutzgebieten größer 50 Hektar,
  • in Natura-2000-Gebieten (FFH, SPA),
  • in Gebieten, die bedeutsam für den bundes- und landesweiten Biotopverbund und/oder bedeutsam für den Artenschutz sind.

Rund 119.000 Hektar der insgesamt 156.000 Hektar des Nationalen Naturerbes (1. bis 3. Tranche) sind ehemalige Militärflächen. Eine wichtige Grundlage für die Auswahl dieser Flächen war die Datenbank Naturschutz & Militär der Naturstiftung David.

Die Flächen des Nationalen Naturerbes sind im gesamten Bundesgebiet verteilt – alle Flächenländer haben Anteil am Nationalen Naturerbe. Auffällig ist, dass sich besonders viele Flächen der 1. und 2. Tranche in den neuen Bundesländern befinden. Die Gründe hierfür sind, dass nach der Wende sehr viele Militärflächen in den neuen Bundesländern nicht mehr benötigt und daher aufgegeben wurden. Außerdem wurden rund 27.000 Hektar ehemals volkseigene Flächen der DDR, rund 6.800 Hektar am Grünen Band (betrifft v. a. die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen) sowie rund 2.000 Hektar stillgelegte DDR-Braunkohletagebaue in das Nationale Naturerbe aufgenommen.

Im Unterschied zur 1. und 2. Tranche liegen in der 3. Tranche deutlich mehr Flächen (37 von 62) in den alten Bundesländern. Neben einigen größeren Liegenschaften wie z. B. Daaden-Stegskopf in Rheinland-Pfalz (ca. 1.900 ha) oder Haltern-Borkenberge in Nordrhein-Westfalen (ca. 1.600 ha) handelt es sich vor allem um kleinere Flächen – oftmals liegen diese in der Nähe von Großstädten und Ballungsgebieten. Eine größere Anzahl der Flächen aus der 3. Tranche wurde erst in den letzten Jahren von den alliierten Streitkräften (britische und amerikanische) freigegeben. Die naturschutzfachlich wertvollsten von ihnen wurden in das Nationale Naturerbe aufgenommen.

Die Flächen des Nationalen Naturerbes wurden bzw. werden sukzessive an die neuen Flächeneigentümer übertragen. Die Übertragung erfolgt unentgeltlich und unter strengen Naturschutzauflagen. Die Flächenempfänger sind die DBU Naturerbe GmbH (ca. 70.000 ha), die Bundesländer (ca. 30.000 ha) oder von diesen benannte Naturschutzorganisationen (ca. 26.000 ha). Ein Teil der Flächen (ca. 30.000 ha) – hierunter auch viele Flächen der 3. Tranche – verbleibt aber auch dauerhaft im Bundeseigentum und wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) unter der Fachaufsicht des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) betreut (sog. Bundeslösung).

Unabhängig von den Empfängern der Naturerbeflächen sind mit der Flächenübertragung wichtige Naturschutzziele verbunden. Diese sind:

  • der Erhalt und die Entwicklung von Naturwäldern,

  • der Erhalt und die Entwicklung sowie die Pflege und die Nutzung wertvoller, geschützter oder gefährdeter Offenland- und Halboffenlandökosysteme,

  • der Erhalt und die Entwicklung naturnaher Ufer-, Auen- und Gewässerbereiche (einschließlich Küstenüberflutungsräume) sowie von Mooren.

Für die Flächeneigentümer des Nationalen Naturerbes besteht die Verpflichtung, die naturschutzfachliche Bedeutung der Flächen langfristig zu sichern und die Flächen im Rahmen einer fachgerechten Betreuung, Verwaltung und Pflege mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu entwickeln. Die Flächen des Nationalen Naturerbes sollen für nachfolgende Generationen als Orte der biologischen Vielfalt erhalten werden.

Nein, das Nationale Naturerbe ist keine neue Schutzgebietskategorie. Es ist vielmehr ein Sammelbegriff für besonders wertvolle Naturschutzflächen aus dem Eigentum des Bundes, bei denen auf die Privatisierung verzichtet wurde und die stattdessen dem Naturschutz unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurden. Viele dieser Flächen liegen jedoch zumindest anteilig innerhalb von Schutzgebieten (z. B. innerhalb von Natura-2000-Gebieten oder Naturschutzgebieten). Dort, wo die Flächen des Nationalen Naturerbes bisher noch keinen Schutzstatus haben, soll dies mittelfristig nachgeholt werden. Ziel ist, dass zukünftig alle größeren Naturerbeflächen als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden.

Kontakte

Jana Planek Telefon: +49 361 55503-38 Mail schreiben
Katharina Kuhlmey Telefon: +49 361 55503-37 Mail schreiben

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Broschüre „Das Nationale Naturerbe - Naturschätze für Deutschland"

Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

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Downloads & Links

Flächenliste 1. Tranche Nationales Naturerbe

Flächen BImA PDF downloaden (38 KB)

Flächenliste 2. Tranche Nationales Naturerbe

Flächen BImA PDF downloaden (24 KB)

Flächenliste 3. Tranche Nationales Naturerbe

Flächen BImA PDF downloaden (33 KB)

Informationen zum Nationalen Naturerbe

Bundesamt für Naturschutz (BfN) Link zur Website

Informationen zum Nationalen Naturerbe

Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) Link zur Website

Informationen der DBU Naturerbe GmbH

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