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Projektbericht 2002-2004: Warum sind Militärflächen wichtig für den Naturschutz?

Vom Truppenübungsplatz zum Schutzgebiet


























































Die Projekte im Bereich "Naturschutz & Militär" wurden und werden gefördert durch:





Relevanz der Militärflächen für den Naturschutz
Auf den ersten Blick schließen sich Militärbetrieb und Naturschutz aus: Panzerfahrten und Schießübungen passen nicht zu Begriffen wie Natur und landschaftliche Schönheit. Bei genauem Hinsehen finden sich aber gerade auf den für die Öffentlichkeit durch Militärbetrieb und/oder Munitionsbelastung unzugänglichen Flächen viele seltene Lebensräume wie Heiden, Moore, urwüchsige Wälder oder weitgehend natürliche Fließgewässer und Seen. Die Gebiete umfassen oft bis zu 30.000 Hektar große Flächen und sind wenig zerschnitten. Bedingt durch das Fehlen intensiver land- und forstwirtschaftlicher Nutzung, einem geringen Eintrag von Nährstoffen und lediglich leichten Eingriffen in den Wasserhaushalt kommt diesen Flächen eine besondere Bedeutung zu. Trotz oder auch gerade wegen des teilweise noch stattfindenden Übungsbetriebes sind Militärflächen für den Naturschutz besonders wertvoll. In Deutschland umfassen naturschutzrelevante aktive und ehemalige Militärflächen rund 680.000 Hektar – das sind fast zwei Prozent der deutschen Landesfläche. In den anderen europäischen Ländern stellt sich die Situation ähnlich dar.

Offene Lebensräume

Vor allem wegen der offenen Lebensräume sind die Militärflächen für den Naturschutz bedeutsam: Nährstoffarme Heiden und Sandmagerrasen sind über viele Jahrhunderte infolge der Nutzung durch den Menschen entstanden. Bestimmte Tier- und Pflanzenarten – wie Röhrenspinne, Birkhuhn oder Krustenflechten – haben sich an diese Bedingungen angepasst. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft werden diese besonderen Lebensräume heute nicht mehr genutzt – die Flächen bewalden langsam. Damit verlieren die an die offenen Habitate angepassten Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum. Im Rahmen des militärischen Übungsbetriebes wird der Boden jedoch in regelmäßigen Abständen aufgewühlt – und damit die Wiederbewaldung gestoppt. So finden sich heute europaweit die größten Heideflächen auf aktiv genutzten Militärgebieten.

Wird eine Militärfläche nicht mehr genutzt, stellt sich die Frage, ob und wie die offenen Lebensräume erhalten werden können. Die natürliche Dynamik der langsamen Wiederbewaldung hat ihre Berechtigung – nur in wenigen Gebieten Deutschlands, bzw. Europas wird die Natur sich selbst überlassen und Wildnis kann entstehen. Aus Gründen des Artenschutzes kann es jedoch in bestimmten Fällen sinnvoll sein, die Wiederbewaldung zu stoppen. Doch Landschaftspflege mit Tieren oder mit Technik ist teuer – und durch die Munitionsbelastung der Flächen oft nicht möglich. Inzwischen gibt es deutschlandweit verschiedene Modellprojekte zur langfristigen und wirtschaftlichen Offenhaltung von ungenutzten Militärgebieten. Mit dem Projekt Biodiversität und Energieholz will die Naturstiftung David zeigen, dass eine energetische Nutzung des Holzaufwuchses mit einer munitionsgesicherten Technik zu einer wirtschaftlich tragfähigen Erhaltung der offenen Lebensräume beitragen kann.

Herausforderung Erneuerbare Energien

Nicht immer lassen sich Naturschutz und Klimaschutz auf Militärflächen so optimal verbinden wie bei der energetischen Nutzung des Holzaufwuchses. Ehemalige Militärflächen werden zunehmend auch als Standorte für Windenergie- und Photovoltaikanlagen ausgewiesen. Das führt zu neuen Versiegelungen und kann (insbesondere bei Windenergieanlagen) den hohen Naturschutzwert der Flächen für Vögel und Fledermäuse erheblich beeinträchtigen. Lösungen können die räumliche Beschränkung der Standorte auf konfliktarme Bereiche sein – beispielsweise Kasernengelände oder versiegelte Landebahnen (für Photovoltaikanlagen) – oder eine zeitliche Anpassung der Betriebszeit von Windenergieanlagen zum Schutz seltener Vogel- oder Fledermausarten. Die Pachteinnahmen aus der Nutzung Erneuerbarer Energien können auch dazu beitragen, die Flächen zu sanieren und die langfristige Pflege für den Naturschutz sicherzustellen.
Kontakt
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Katharina Kuhlmey
Telefon: 0361 / 555 03-37

Naturstiftung David
Trommsdorffstraße 5
99084 Erfurt

Fax: 0361 / 555 03-39
 Naturstiftung David | Trommsdorffstraße 5 | 99084 Erfurt | Telefon 0361 555 0330 | Fax: 0361 555 0339 aktualisiert am 10.03.2014
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