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gefördert durch:
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Freistaat Thüringen ELER - Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen

Bilanzierung und Optimierung von Technik und Verfahrensketten
Im Teilprojekt zur Entwicklung effektiver Verfahrensketten und deren ökonomische Bilanzierung werden die Maßnahmenflächen hinsichtlich der für die Freistellung und Holzernte technologisch relevanten Parameter wie Hangneigung und Befahrbarkeit untersucht. Ziel ist es, die für unterschiedliche Bedingungen geeignete Technik zu finden und in effektiven Arbeitsverfahren zu erproben. Insbesondere werden die Kosteneffizienz, die Erfüllung naturschutzfachlicher Vorgaben und die tatsächliche Verfügbarkeit geprüft. Das Teilprojekt wird gemeinsam von dem Forsttechnischen Ingenieur- und Sachverständigenbüro Findeisen & Partner und der Naturstiftung David durchgeführt.

Naturschutzflächen benötigen besondere Verfahrensauswahl
Eine Vielzahl der im Projekt ausgewählten Flächen besitzt einen sehr inhomogenen Aufwuchs der Gehölze. Auch die Befahrbarkeit und Erreichbarkeit der Flächen ist oft schwierig. Zudem sind die Arbeitsbestverfahren regional oft nicht verfügbar, da die einschlägig tätigen Unternehmen notwendige Investitionen nicht sicher amortisieren können. Das schränkt die konkrete Verfahrensauswahl deutlich ein und hat Auswirkungen auf den Preis für die Gehölzentnahme auf naturschutzfachlich wertvollen Flächen: Mit abnehmender Flächengröße und Erntemenge stellt sich das Verhältnis von Aufwand und Nutzen negativer dar.

Kompromiss zwischen Ökologie und Ökonomie
In speziell entwickelten Ausschreibungsverfahren im Rahmen der Verdingungsordnung für die Vergabe von Leistungen (VOL) wird nach Unternehmen gesucht, die über geeignete Technik verfügen und ein Angebot abgeben möchten. Dabei wird eine eigens im Projekt erstellte Unternehmerdatei genutzt. Die eingesetzten Verfahren werden bezüglich ihrer Arbeitsschritte analysiert und in drei wesentliche Mechanisierungsgrade eingeteilt: motormanuelle, teilmechanisierte und hochmechanisierte Verfahren. Die Gefährdungen und Belastungen für die menschliche Arbeitskraft nehmen mit höherem Mechanisierungsgrad deutlich ab. Die Arbeitsqualität ist hinsichtlich der Anforderungen des Naturschutzes für eine anschließende Beweidung bei motormanuellen Verfahren, d.h. bei Einsatz von Arbeitern mit handgeführten Motorkettensägen, sehr hoch. Bei höher mechanisierten Verfahren muss z.T. punktuell „nachgemulcht“ werden, um die naturschutzfachlichen Anforderungen (max. Stubbenhöhe von 10 cm) zu erreichen. Die im Projekt erlangten Erfahrungen sollen dazu beitragen, einen Kompromiss bei der Verfahrensauswahl unter Beachtung eines ausgewogenen Aufwand-Nutzen-Verhältnisses zu finden. Neben ökologischen Aspekten dürfen auch Belastungen und Gefährdungen der arbeitenden Menschen nicht außer Acht gelassen werden.

Neue Verfahren
Mit dem Projekt soll die Entwicklung neuer (effektiver) Verfahren angeregt, begonnen und wenn möglich in einer ersten Stufe etabliert werden. Beispielhaft sei die Entwicklung und Erprobung des aufnehmenden Mulchers genannt. Dabei verbleiben die Mulchreste nicht auf der Fläche, sondern werden direkt in einen Auffangkorb an der Maschine geblasen. Die Arbeitsergebnisse sind sehr vielversprechend, obwohl es sich um Prototypen und Versuchseinsätze handelt, die bislang bei vergleichsweise niedriger Materialqualität geringe Verkaufserlöse erbringen. Es besteht jedoch großes Interesse an der Weiterentwicklung der Technologie. Ein weiteres Verfahren für schwer zugängliche Flächen wurde unter Verwendung eines Schreitharvesters mit einem Mense-Aggregat RP80L mit einem Unternehmer in Thüringen entwickelt. Es zeigt sich aber, dass die anspruchsvollen Erntemaßnahmen und spezielle Techniken eine längere Einarbeitungszeit erfordern.

Variierende Maßnahmenkosten und Erlöse
Aufgrund der inhomogenen Flächenstruktur, des meist sehr schwach dimensionierten Erntegutes (geringe Stückmassen) und der teilweise geringen Flächengrößen variieren die Kosten der betrachteten Maßnahmen stark. Als Beurteilungsgröße kann der einfache Deckungsbeitrag dienen. Dieser ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös für die produzierten Hackschnitzel und den Kosten für Ernte, Manipulation, Zerkleinerung und Transport derselben zum Werk. Betrachtet man die Deckungsbeiträge genauer, so kann anhand der auf den Schüttraummeter bezogenen Werte untersucht werden, welchen Einfluss die „frei Abnehmer“ erzielten Verkaufserlöse für die Hackschnitzel haben. Der Verkaufserlös, abzüglich der Kosten für das Hacken mit einem mobilen Großhacker am Abfuhrweg an der Fläche und den Transport per LKW mit Container zum Abnehmer, erzielt im Durchschnitt einen positiven Deckungsbeitrag in Höhe von 4,51 €/Srm. Dieser Deckungsbeitrag, summiert mit dem Betrag der Erntemenge, ergibt dann den möglichen Deckungsbeitrag der Gesamtmaßnahme. Könnten die Verkaufserlöse erhöht werden, würde sich folglich auch der Deckungsbeitrag der Gesamtmaßnahme verbessern lassen.

Weitere Informationen zu den genannten Ergebnissen finden Sie in unserer Datenbank.
Kontakt
Dr. Dierk Conrady
Telefon: 0361 / 555 03-35

Naturstiftung David
Trommsdorffstraße 5
99084 Erfurt

Fax: 0361 / 555 03-39
 Naturstiftung David | Trommsdorffstraße 5 | 99084 Erfurt | Telefon 0361 555 0330 | Fax: 0361 555 0339 aktualisiert am 24.10.2014
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