Köcherfliege  © Thomas Stephan

Arten der naturnahen Waldbäche

Feuersalamander, Bachforelle, Groppe oder Quelljungfer – alle sind Zeiger- und Charakterarten für naturnahe Bergbachlebensräume und Mittelgebirgslandschaften. Die Existenz dieser Lebensräume ist für die Erhaltung ihrer Lebensgemeinschaften von hoher Bedeutung. Der Feuersalamander ist zudem eine Art, für deren Erhalt Deutschland eine besondere Verantwortung trägt. Da die Vorkommen in den Projektgebieten nahe der nordöstlichen Verbreitungsgrenze der Art liegen, sind diese Vorkommen besonders gefährdet und ihre Erhaltung bzw. Entwicklung von herausragender Bedeutung.

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Der Feuersalamander – Leitart für intakte Waldbach-Lebensräume

Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist Zeiger- und Charakterart für naturnahe Bergbachlebensgemeinschaften. Seinen Lebensraum zu schützen, bedeutet gleichzeitig den Erhalt typischer Lebensgemeinschaften mit vielen anderen gefährdeten Arten. Der Lebensraum des Feuersalamanders besteht eigentlich aus vielen verschiedenen Lebensräumen, wie ein Haus mit vielen Zimmern:

  • Unbegradigte, strukturreiche, durchgängige Waldfließgewässer und naturnahe Stillgewässer
  • Naturnahe Waldgesellschaften in Bachauen und Wassereinzugsgebieten
  • Lebensraumtypen mit spezialisierter Fauna und Flora wie Fels- und Blockschutthalden oder Felsbereiche
  • Gefährdete halbnatürliche Lebensräume der Kulturlandschaft wie Bergwiesen mit Trollblume und Arnika

Weitere Arten

Westgroppe (Cottus gobio)

      Die Groppe braucht Fließgewässer mit guter Wasserqualität, hoher Sauerstoffkonzentration und niedriger Wassertemperatur. Daher ist sie auch ein typischer Bewohner der Bergbäche im Thüringer Wald. Die Groppe ist nach Anhang II der FFH-Richtlinie geschützt. Sie besitzt keine Schwimmblase, kann daher nur mäßig schwimmen kann und selbst niedere Schwellen auf der Bachsohle stellen für sie unüberwindbare Hindernisse dar. Die Groppe ernährt sich wie die Larven des Feuersalamanders von Insektenlarven und Bachflohkrebsen.

Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltonii)

      Die Quelljungfer ist eine auffällige schwarz-gelb gestreifte Großlibelle, die saubere Quellbäche bevorzugt. Die sehr großen Larven leben mehrere Jahre eingegraben im sandigen Sohlsubstrat, das häufig in Stillwasserbereichen zu finden ist, die gleichzeitig die Kinderstuben des Feuersalamanders sind. Die Larven sind Lauerjäger, die Bachflohkrebse, Wasserkäfer sowie Insektenlarven erbeuten. Die erwachsenen Tiere fliegen zwischen Anfang Juni und Ende September entlang der sonnigen oder halbschattigen Ufer.

Makrozoobenthos

      Makrozoobenthos ist eine Sammelbezeichnung für alle kleineren am Gewässerboden lebenden Tiere, die noch mit dem bloßen Auge erkennbar sind. Hierzu gehören Kleinkrebse, Muscheln, Schnecken sowie sämtliche Insektenlarven (z. B. Köcherfliegen, Steinfliegen, Eintagsfliegen, Libellen, Käfer). In den Quellbächen des Mittelgebirges leben die meisten Arten des Makrozoobenthos in der Substratschicht auf dem Gewässerboden, weil sie dort, anders als in der fließenden Welle des Wassers, vor Verdriftung in den Unterlauf weitgehend geschützt sind. Makrozoobenthos ist die Nahrungsgrundlage aller höheren Tiere der Gewässeroberläufe wie Fischen oder auch den Larven des Feuersalamanders.

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